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Was in letzter Zeit so passiert ist...

Autor: KatharinaDepper | Datum: 27 April 2017, 17:38 | 0 Kommentare

Seit dem letzten Eintrag ist sehr viel passiert, und genau das ist auch der Grund, warum ich jetzt erst wieder schreibe. Das Wichtigste möchte ich hier zusammenfassen.

Ende Februar sind Svenja und ich zum Zwischenseminar in Ghana gefahren. Der Weg dorthin war sehr abenteuerlich, und auch wenn man einiges an Humor und Gelassenheit braucht, wenn bei 45 Grad kein fließendes Wasser vorhanden ist und der Strom für die Ventilatoren ausfällt, so war es doch schön, einmal etwas Anderes zu erleben, sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen und ein wenig frei zu haben.

 

Im März und April waren meine Eltern drei Wochen lang zu Besuch, das war eine sehr schöne Zeit. Außer, dass wir ein wenig gereist sind, konnte ich ihnen auch endlich ganz genau zeigen, wie ich hier lebe, sodass sie nun wissen, wovon ich ihnen erzähle. Ich habe die Zeit mit ihnen, und auch die freie Zeit, sehr genossen, aber es war auch schön, nach dem Urlaub wieder in die Schule zu kommen und von allen willkommen geheißen zu werden.

 

In der Schule ist das Meiste beim Alten, allerdings habe ich beim Seminar in Ghana beschlossen, nach weiteren Beschäftigungen zu suchen, da der Deutschunterricht am College meine Zeit hier nicht ganz ausfüllt. Nun helfe ich jeden Mittwochnachmittag beim Kinderprojekt EPE („Enfant pour Enfant“) mit, was ein wenig der deutschen Jungschar gleicht und auf dem Ceproded-Gelände veranstaltet wird. Außerdem werde ich zusätzlich zu meinem eigenen Deutschunterricht und der Arbeit im Kindergarten, sobald der Kunstlehrer wieder da ist, noch im Kunstunterricht am College mithelfen, worauf ich mich schon sehr freue.

Da es das College erst seit fünf Jahren gibt, fehlen neben Gebäuden für die Oberstufe auch Bäume, die den Schülern in der Pause Schatten spenden. Vor ein paar Tagen sind daher nachmittags alle Schüler in die Schule gekommen, um Löcher für Palmzöglinge und andere Bäumchen zu graben. Das hat sehr viel Spaß gemacht, und ich hoffe, dass sie Bäume sehr schnell wachsen werden. Der Unterricht macht weiterhin großen Spaß, und auch in den Kindergarten gehe ich immer noch gerne.

 

Ostern war hier etwas anders als in Deutschland. Keine Eier, keine Hasen – und trotzdem habe ich nichts vermisst. Der Karfreitagsgottesdienst war verhältnismäßig sehr schlicht – kein Tanzen, kein Trommeln. Auch wenn das ungewohnt war, war es dennoch ein guter Gottesdienst, denn da die Predigt zu Teilen auf Französisch war, konnte ich etwas verstehen.

Der Ostersonntag begann um vier Uhr früh in der Kirche. Statt eines Frühgottesdienstes, an den ich am ehesten gedacht hätte, haben wir uns in der Kirche getroffen, um „Jesus zu suchen“. Erst wurde ein wenig gegessen, dann hat der Katechist ein Gebet gesprochen, der Posaunenchor hat seine Instrumente geholt, und nach einer Fanfare auf den Kirchenstufen sind wir losgezogen. Am Anfang fand ich es befremdlich, „Jesus suchen“ zu gehen, aber dann habe ich es sehr genossen, Jesu Auferstehung so zu feiern. Im Dunkeln sind wir durch die Straßen gelaufen, begleitet vom Posaunenchor, und haben gesungen und getanzt. Immer mehr Menschen sind dazu gestoßen, und das Ganze hat sich zu einem großen Fest entwickelt. Schließlich ist es hell geworden, und wir sind zur Kirche zurückgelaufen, wo es Gebäck und Brei für alle gab. Zuhause haben ich noch ein wenig geschlafen, bevor der Ostergottesdienst begonnen hat: ein Festgottesdienst von drei Stunden Dauer und in ausgelassener Stimmung. Im Anschluss waren wir bei Albert und haben gemeinsam Couscous gekocht. Es war sehr schön, Ostern auch als Familienfest zu erleben, und auch wenn das Eiersuchen wegen allgemeiner Müdigkeit ausgefallen ist, war es doch ein wunderschöner Tag. Abends gab es ein Konzert in der Nachbarkirche Afegame, an dem ich mit dem Jugendchor teilgenommen habe. Auch wenn fast alle Abende in der Woche von Chorproben beschlagnahmt sind, macht es mir immer noch große Freude, in den Chören zu singen, und auch, mit ihnen aufzutreten.

Am Montag gab es sehr früh einen weiteren Gottesdienst, an dem aber nur um die fünfzig Menschen (Chöre, Posaunenchor und Kirchenvorstand eingeschlossen) teilgenommen haben. Vorher habe ich hier noch nie eine so leere Kirche gesehen, und es hat mich ein wenig gewundert, dass nur so wenige Menschen da waren, aber schön war es trotzdem, und es hat auch nur etwa eineinhalb Stunden gedauert. Mittags habe ich Alberts Frau geholfen, das Essen für das Picknick bei der Kirche zuzubereiten. Wir haben Erbsensuppe und Reis mit Pfeffer gekocht und hatten sehr viel Spaß dabei – einerseits lerne ich so weiterhin das Kochen der togoischen Gerichte, andererseits kann man sich beim Kochen aber auch wunderbar unterhalten, was im Alltag zwischen Arbeit und Chor auf meiner Seite und Kindern und Haushalt auf ihrer Seite oft nicht geht. Nachmittags sind wir dann zur Kirche gegangen. Dort fand zunächst ein Fußballspiel zwischen den Frauen des Jugendchores und denen des Chores „Jeunes femmes“ statt. Es war sehr lustig, mit und gegen die Mütter und Frauen zu spielen, und oft mussten wir so lachen, dass wir den Ball ein wenig vernachlässigt haben. Das Spiel ist 1:1 ausgegangen und hat sehr viel Spaß gemacht, auch, weil sich manche Frau die Hosen oder Schuhe ihres Mannes geliehen hat, um mitspielen zu können. Im Anschluss haben die Jungs des Posaunenchores gegen die des Jugendchores gespielt und 2:0 gewonnen. Dann hat das Picknick begonnen. Dafür wurden viele Stühle aus der Kirche nach draußen getragen, die Musikboxen wurden aufgebaut und dann hat jeder, der etwas gekocht hat, angefangen, sein Essen zu verteilen. Als alle etwas hatten, war es mit dem Verteilen aber noch lange nicht vorbei: wir sind weiter herumgegangen und haben anderen von unserem Essen abgegeben und bei anderen probiert, was dazu geführt hat, dass ich viel zu viel gegessen habe. Allerdings war es aber auch wahnsinnig lecker. Nur Alberts Frau hatte kein Glück: ihre Erbsensuppe war so gut, dass sie aufgegessen war, bevor sie selbst davon probieren konnte. Natürlich wurde auch noch gesungen und getanzt, bevor am Abend aufgeräumt wurde und alle erschöpft nach Hause gegangen sind.

Ich fand es sehr schön, Ostern so zu erleben, und auch wenn es sehr schlafraubende Tage waren, hat es mir doch viel Freude und wunderbare Erfahrungen gebracht.

 

Soviel erst einmal von mir, ich melde mich bald wieder und freue mich immer über Nachrichten aus Deutschland!

 

Eure Katharina

  

 

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