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Vom Säen und Ernten

Autor: KatharinaDepper | Datum: 27 April 2017, 17:41 | 0 Kommentare

Im letzten Jahr habe ich schon einmal über die Feldarbeit geschrieben, über das Ernten und Dreschen. Nun war ich am Samstag wieder auf dem Feld, gemeinsam mit Alberts Familie – dieses Mal, um zu säen.

Normalerweise wird mit dem Beginn der Regenzeit im Februar oder März angefangen zu säen, da die Regenzeit dieses Jahr aber erst im April angefangen hat, können auch erst jetzt die Felder bestellt werden. Da es immer noch nicht sehr häufig regnet, muss jeder freie Moment genutzt werden, um auf den Feldern zu arbeiten; sonst ist die Erde zu trocken.

Da ich schon vorher darum gebeten habe, mit aufs Feld zu dürfen, sobald es soweit ist, hat mich Alberts Frau am Samstag einfach mitgenommen. Dort haben sechs oder sieben Männer die Felder für Alberts Familie umgegraben, und wenn sie ein paar Reihen fertig hatten, haben die Frauen gesät. Zusammen mit meiner Freundin Enyonam und einer weiteren Schülerin bin ich den ganzen Tag über die Felder gelaufen und habe Mais gesät, was ermüdender war, als ich dachte.

Zunächst wird die Erde umgegraben. Dazu verwenden die Männer eine Art Universalhacke, die auch für sonst fast alle Arbeiten verwendet wird. Mit diesen Hacken gräbt man die Felder um und häuft gleichzeitig Reihen auf, in die später gesät wird. Dieses Umgraben ist sehr sehr anstrengend, ich selbst habe es nur zwei Reihen lang ausgehalten und bewundere all die Männer, die das den ganzen Tag über durchhalten können. Die Arbeit für die Frauen ist das Säen, und auch das erfordert einige Übung. Man geht barfuß die Reihen ab, drückt mit den Fersen Löcher in die Erde, streut drei oder vier Maiskörner hinein, bedeckt das Loch mit ein wenig Erde, geht einen Schritt weiter, macht ein neues Loch und alles fängt wieder von vorne an. Wenn alle ungefähr gleich schnell arbeiten, macht es sehr viel Spaß, da man sich während der Arbeit unterhalten kann. Obwohl das im Gegensatz zu der Arbeit der Männer nicht wirklich körperlich anstrengend ist, ist es dennoch ermüdend, besonders wenn es sehr heiß ist. Mittags haben wir daher eine lange Pause gemacht, gegessen und geschlafen, bevor wir zu ende gearbeitet haben.

Was ich schön finde, ist, dass die Feldarbeit trotz ihrer (zwingenden) Notwendigkeit so gelassen genommen wird. Wenn man müde ist, ruht man sich aus oder schläft, wenn man Hilfe nötig hat, wird einem geholfen, es werden Unmengen an Essen aufs Feld gebracht, um die Arbeitenden zu stärken, und jeder arbeitet in seinem eigenen Tempo – obwohl die Arbeit auf dem Feld wirklich sehr anstrengend ist, wird dennoch immer das Beste daraus gemacht. Die Atmosphäre ist immer entspannt und freundlich, es wird gescherzt und gesungen, und gerade diese aufrichtige Art von Gemeinschaft gefällt mir sehr.

Sobald Alberts Familie wieder aufs Feld geht, will ich noch einmal mitkommen – denn abgesehen von dem Umgang mit togolesischen Hacken und Macheten lerne ich dort auch ganz andere Dinge – und genau dafür bin ich ja hier.

 

Alles Liebe,

eure Katharina

  

 

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